Beiträge mit dem Schlagwort: Friedhof

Die Eule, der Friedhof und das Grillfest

Alle zwei Jahre veranstaltet die Stadt Detmold für ihre Mitarbeiter einen Betriebsausflug mit anschließender Feier. Eulalia war den ganzen Tag noch hibbeliger als sonst, da sie bald zu ihrem ersten Ausflug als städtischer Mitarbeiter aufbrechen würde. Gegen Mittag machte sie sich zusammen mit zwei Kolleginnen bei strahlendem Sonnenschein (einige nannten es auch gleißende Hitze) auf den Weg zum Ehrenhain an der Blomberger Straße (eine von acht Touren, aus denen man wählen konnte).

Auf diesem Ehrenfriedhof wird den Toten aus zwei Weltkriegen, sowie junger Detmolder Soldaten, die bei einem Manöver an der Weser umkamen, gedacht. Das Besondere an diesem Ehrenhain liegt jedoch an der regionalen Tragödie, die 1917 zu dessen Errichtung geführt hat: Am 31. Mai 1917 kam es zu einer verheerenden Explosion in einer Detmolder Munitionsfabrik, bei der 72 junge Frauen und Männer ihr Leben ließen. Das Ausmaß der Explosion war besonders dramatisch, weil keine der vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen beachtet worden waren. Zur Rechenschaft für das Unglück wurde keiner gezogen. Vielmehr suchte man bereits ein paar Tage später in der Zeitung neue Arbeitskräfte, da die Produktion weitergehen musste (The Show must go on und so. Darüber mag man streiten…). Der Leiter der Fabrik übernahm dann später demonstrativ die Kosten für die Gedenkstätte, welche ein Jahr nach dem Explosionsunglück eingeweiht wurde.

Diese und viele andere, zum Teil sehr nachdenklich stimmende, Geschichten wusste der ehemalige Stadtarchivar Dr. Ruppert zu erzählen, der die Führung über den Friedhof geleitet hat. Selbst Eulalia wurde ganz still und flatterte bedächtig zwischen den großen Bäumen umher. Wer sich selber einmal einen Überblick über die Geschichte des Ehrenhains verschaffen möchte, findet HIER eine, von Dr. Ruppert verfasste, Darstellung.

Im Anschluss fand das Betriebsfest statt. Auch wenn man erst mit etwas gemischten Gefühlen die Gedenkstätte verlassen hat, kehrte doch die Fröhlichkeit bald wieder zurück, getreu Dr. Rupperts Motto: „Auch die Toten haben einmal gelebt und gelacht, also dürfen wir das auch.“ Eulalia fand sehr schnell zu ihrer alten, quirligen Form zurück und nervte uns ein wenig mit ihrer ständigen Frage, wann es etwas zu essen gäbe (nicht, dass uns nicht auch schon der Magen in den Kniekehlen gehangen hätte…). Natürlich ließ sie es sich auch nicht nehmen, mit ihrem obersten Chef, dem Detmolder Bürgermeister Herrn Heller, ein schönes, kühles Feierabendwasser zu trinken. Irgendwann waren wir dann tatsächlich alle satt und zufrieden (und unglaublich durchgeschwitzt) und haben uns auf den Weg zurück in unsere Nester gemacht.

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Die Chefin auf dem Friedhof

Um Himmels willen, könntet ihr euch jetzt fragen, was ist denn bei euch passiert?

Keine Angst, derzeit nix schlimmes, nur ein bisschen Rumgespinne (Chefin inklusive). Und das kam so:

Unsere Kollegin hatte jetzt ihr 25jähriges Dienstjubiläum (Gratulation!) und wir haben überlegt, wie es wohl seien würde, wenn wir 50jähriges Diensjubiläum hätten. Bei den Meisten von uns würde das bedeuten, das wir bis mindestens 70 arbeiten müssten. Da die geistige und körperliche Fitness in diesem Alter oft zu wünschen übrig lässt, braucht es natürlich neue Berufssparten für uns! Und da kommt wieder unsere Chefin ins Spiel, denn Sie möchte Rasenmäher-Fahrerin auf dem Friedhof sein. Pech für uns, dieser Job ist also schon für sie reserviert. Also was machen wir denn jetzt? Wie wäre es zum Beispiel mit:

  • Stempelkissenauffüller
  • Stuhlvorwärmer
  • Heftklammer-Entferner
  • Geschichtenerzähler (Früher war alles Besser) in Schulen und Kantinen
  • Büropflanzen-Flüsterer
  • Kaffeemaschinen-Fee
  • und wer nicht gut hört – ab ins Beschwerdemanagement!

Und eurer Traumjob kurz vor der Rente ?

 

– SB + VO

 

 

 

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